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Die Managementanwendung NoCScontrol muß verschiedene Aufgaben
leisten können, um ein policybasiertes Management von Nomadischen
Systemen bewerkstelligen zu können. Solche Teilaufgaben sind unter anderem:
- Kreieren, persistentes Anlegen und Löschen von Policies,
- Lösen von Konflikten zwischen mehreren Policies und
- Durchsetzen von aktivierten operationalen Policies, indem das
Zielobjekt beobachtet wird und bei Eintreten von Ereignissen die
in der Policy spezifizierten Managementaktionen ausgelöst werden.
Die Teilaufgaben wurden in der konkreten Implementierung (s. [Radi 98]) durch verschiedene Teilkomponenten realisiert, die
alle zusammen die Managementanwendung ausmachen. Jede dieser
Komponenten ist folgendermaßen aufgebaut:
- Sie ist als CORBA-Objekt realisiert und bietet eine bestimmte
Funktionalität an, die durch eine wohldefinierte
Schnittstelle genutzt werden kann. Sie kann sowohl als Client agieren und
dadurch Funktionalitäten anderer Komponenten der Managementanwendung
nutzen oder als Server gewisse Funktionalitäten anderen Komponenten anbieten.
- Sie wird in Form eines MASA-Agenten implementiert
(s. [Kemp 98,GHR 99]).
- Lebensraum eines Agenten ist ein Agentensystem. Dieses
übernimmt die Aufgaben des Startens, Beendens und der Migration des
Agenten auf ein anderes Agentensystem innerhalb der dem Agenten
zugänglichen Region.
- Über eine Agenten-GUI (Applet), die über das
Agentensystem erreichbar ist, können die Operationen ihrer
IDL-Schnittstelle aufgerufen werden.
Insgesamt wurden drei Komponenten entworfen, die allesamt, wie
erwähnt, als MASA-Agenten implementiert wurden. Im folgenden sind
diese drei Agenten und ihre Aufgaben beschrieben (s. auch
[Radi 98]):
- Der Policy Factory Mobile Agent (PFMA) bietet CORBA-Clients die Möglichkeit strategische, zielorientierte und
operationale Policies anzulegen. Handelt es sich um eine
operationale Policy, so kann diese durch den Agenten aktiviert und
deaktiviert werden.
- Der Persistence Service Stationary Agent (PSSA) bietet
die Möglichkeit CORBA-Objekte persistent anzulegen, die insbesondere Policies sein können. Seine Dienste werden vom PFMA in
Anspruch genommen, um die kreierten Policies persistent
abspeichern zu können.
- Der Enforcement Object Factory Mobile Agent (EOFMA)
kümmert sich um die tatsächliche Durchsetzung der aktiven
Policies. Dabei werden durch ihn die entprechenden
Managementagenten überwacht. Je Managementagententyp ist ein
eigener EOFMA vorgesehen. Seine Dienste werden vom PFMA jedesmal beansprucht, wenn eine operationale Policy aktiviert wird.
Abbildung:
Gesamtüberblick über die Komponenten der Managementanwendung NoCScontrol (nach [Radi 98])
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Als Agentensystem, welches die Laufzeitumgebung der drei Agenten
darstellt, wurde ein hier am Institut entwickeltes System
verwendet, das im Rahmen einer Diplomarbeit ([Kemp 98])
entworfen und in weiteren Arbeiten (s. [Gerb 99,GHR 99]) weiterentwickelt wurde. Das System nennt sich Mobile Agent
System Architecture (MASA). Über dieses System können
verschiedene Dienste in Anspruch genommen werden um Agenten zu
verwalten. Zu seinen Aufgaben gehören, neben der Bereitstellung einer
Laufzeitumgebung, das Starten und Beenden, das Anhalten und
Wiederanfahren der Agenten und die Durchführung der Migration von
Agenten zu anderen Agentensystemen, sofern es sich um mobile Agenten
handelt. Außerdem stellt es einen Webserver bereit, der es Java-fähigen
Webbrowsern ermöglicht, die Applets der einzelnen Agenten zu
laden. MASA ist in Java impementiert worden. Als
Kommunikationsinfrastruktur für die Agenten wurde CORBA
verwendet. Einen Überblick der MASA-Architektur gibt Abbildung 4.
Abbildung:
Die Architektur der MASA (nach [Kemp 98])
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